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Alpenüberquerung 2026

Alpenüberquerung 2026

vor 22 Stunden
Alpenüberquerung von Gmund (Tegernsee) bis Sterzing (Südtirol), vom 16.-23. Aug. 2026
(Heribert Erbes, Jg. 1951, Bergwandergruppe SG Spiesheim)

Grundsätzliches:
Für eine Alpenüberquerung (AÜQ) in meinem Alter braucht es generell Mut für den Entschluss und Durchhaltewille, verbunden mit der notwendigen körperlichen Fitness, um auch sog. „extreme Tage“ mit „Grenzsituationen“ gut zu überstehen. Als „sportlich“ gelten Aufstiege bzw. auch Abstiege von ca. 1.000 Höhenmeter (HM), wobei gerade die Abstiege im fortgeschrittenen Alter „fordernder“ sein können. Grundsätzlich braucht man beim Aufstieg mehr Kondition und beim Abstieg mehr Konzentration. Als Richtschnur für anspruchsvolle Touren gelten 3-4 Stunden für 900-1.000 Höhenmeter (HM). Wer sich leistungsmäßig in diesem Korridor bewegt, darf sich eine Alpenüberquerung zutrauen (Trittsicherheit vorausgesetzt). Auch sollte eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber unvorhersehbaren Wetterereignissen bestehen (Regen, Gewitter, Sturm usw.). Wenn diese Voraussetzungen gewährleistet sind, kann eine Alpenüberquerung zu einem unvergesslichen (Gruppen)-Erlebnis werden.

Der Weg ist lang und das Wetter hat seine eigenen Gesetze:
Meine 2. Alpenüberquerung (nach 2022), vom 16.- 23. August von Gmund am Tegernsee bis nach Sterzing in Südtirol, führte mich von den Tegernseer Alpen, durch das Karwendelgebirge und die Vortuxer-Alpen, auf die Höhen der Zillertaler Alpen und schließlich über das Pfitscherjoch (2.240 Meter) hinüber zum Hochpfitschertal und dann hinunter nach Sterzing in Südtirol. Das Wetter meinte es nicht bes. gut mit mir u. unserer 6er-Gruppe. Vier trockene Tage standen auch vier Regentage gegenüber, wobei der achte (trockene) Tag für die Rückreise mit dem Kleinbus vorgesehen war. Aber schlechteres Wetter kann eine Gruppe auch zusammenschweißen, wenn „die Chemie“ stimmt.

Oberstes Ziel ist- „durchhalten“:
Wir waren sechs Wanderfreunde*innen, drei Frauen und drei Männer (André, Birgit, Doreen, Heribert, Karin und Matthias), aus drei Bundesländern (BWB, RLP und Thüringen), plus Bergführer Andi (Bad Tölz), vom Spezialreiseveranstalter Hauser. Wie ich nicht anders erwartet hatte, war ich mal wieder der mit Abstand älteste Teilnehmer. Wiederholt ließ man mich wissen, dass eine „AÜQ“ in meinem Alter (und in einer Woche) nicht allzu oft vorkommt. Ich bin deshalb vor allem dankbar, dass mir dies nach 2022 (von Oberstdorf nach Meran) zum zweiten Mal gelungen ist. Dass dabei vor allem mein leicht lädiertes linkes Knie bis zum Ende durchgehalten hat, war für mich sehr erfreulich. Auch die guten Wünsche von zu Hause, von Familie und Freunden, haben mit dazu beigetragen, dass die Tour gelang.

Es bleibt das Erlebnis:
Ob und wann ich eine nochmalige Alpenüberquerung „unter die Sohlen“ nehmen werde, darüber möchte ich nicht spekulieren. Eine intensive und im Gedächtnis bleibende Begegnung mit den Schönheiten der hochalpinen Bergwelt ist eine solche Unternehmung allemal. Ich werde davon wieder länger zehren. Es war ein erhebendes Gefühl, nach 101 km, ca. 4.000 Meter Aufstieg und ca. 4.500 Meter Abstieg und insgesamt ca. 35 Std. Hochgebirgswandern, am Ring des Rathauses in Sterzing anzuklopfen und zu sagen: „Ich bin (wir sind) gut angekommen“.
von Kyra Kayser